Bundesverkehrsminister zum AK Nürnberg-Ost / AS Fischbach

Aus dem Bundesverkehrsministerium erhielten wir nun Antwort zum  Thema  Lärmschutzmaßnahmen beim Ausbau der Anschlussstelle Fischbach.

Ein Vorziehen der Lärmschutzmaßnahme im Hinblick auf den künftigen vierspurigen Ausbau der A9 kann leider derzeit „[…] aufgrund der nachrangigen Einstufung des Vorhabens […]“ nicht zugesagt werden.

Geplant ist aber eine Lärmsanierungsmaßnahme, bei der die vorhandenen Lärmschutzanlagen „um bis zu drei Meter höher als im Bestand werden.“

Vorsitzender Dieter Stang: „Das ist nicht die Antwort, die wir uns erhofft hatten.“

Antwortschreiben des Ministers

Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost: Auswirkungen auf den Lärmpegel in Altenfurt und Moorenbrunn

Beitrag von: Thomas Bahlinger

Etwa zeitgleich zum Bekanntwerden des Planfeststellungsbeschlusses hat die Regierung von Mittelfranken meine Anfrage zu möglichen Lärmpegelsteigerungen in Altenfurt und Moorenbrunn beantwortet. (Meine Anfrage bezog sich nicht auf Fischbach.)

Tenor der Antwort: Lärmpegelsteigerungen durch den Umbau des AK Nürnberg-Ost können für Altenfurt und Moorenbrunn ausgeschlossen werden.

Begründet wird dies mit dem Verlauf von in den Planunterlagen ersichtlichen sogenannten Isophonenlinien. Als Laie stelle ich mir darunter Linien gleicher Lautstärke vor (vielleicht gibt es aber bessere Erklärungen). Die Isophonenlinien finden sich etwas versteckt in einer Unterlage (U19_2_3_1_T-FFH-VP_Plan – Achtung 12 MB!!), die sich mit Pflanzen und Vögeln beschäftigt (Fauna-Flora-Habitat – FFH-Verträglichkeitsprüfung für das Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald).  Die Auswirkung auf die Bewohner der Stadtteile lässt sich quasi als Nebeneffekt daraus ablesen.

Diese Isophone rücken nun durch den Umbau näher an das Autobahnkreuz heran, folglich nimmt der Lärm in Altenfurt und Moorenbrunn gegenüber einem prognostizierten Zustand ohne Umbau eher ab. Zu erkennen ist dies z. B. an diesem Abschnitt des Plans: „Nullfall 2030“ bedeutet offenbar Zustand 2030 für den Fall, dass der Umbau nicht stattfindet, „Prognose 2030“ bedeutet offenbar die Erwartung des Zustands nach Umbau im Jahr 2030. Nach dieser Darstellung wäre der Lärm (etwas) „näher an den Orten“ für den Fall, dass nicht umgebaut wird.

Kartenausschnitt
Kommentierter Ausschnitt aus Unterlage U19_2_3_1_T-FFH-VP_Plan. Quelle: vgl. Regierung von Mittelfranken, http://www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt4/Beschluss_Planfest_AK_Nbg_Ost/U19_2_3_1_T-FFH-VP_Plan.pdf, Abruf am 18.01.2018

Für mich als Laien steht die Prognose im Widerspruch zum Erwartbaren für den Fall, dass die Schallquelle von oben herab schallt (Overfly). Insofern ist die spannende Frage, wie diese Isophonenlinien zustande kamen. Hierzu liegt noch keine Erkenntnis vor, ggf. liefere ich die Information in diesem Beitrag als Ergänzung nach …

Edit/Nachtrag:

Am 06.02.2018 besuchten Herr Stang und ich die Autobahndirektion und ließen uns die Lärmberechnung für Altenfurt und Moorenbrunn erläutern. Ergebnis: In der Tat verursacht eine höher liegende Schallquelle grundsätzlich lauter hörbaren Lärm. Aufgrund des großen Abstands zu den Ortsteilen (ca. 1,4 km Mindestabstand) ergibt sich jedoch für den geplanten Overfly ein sehr kleiner Winkel zu einer gedachten ebenerdigen Schallquelle und infolgedessen ist der errechnete Lärmanstieg äußerst gering. Er würde zudem durch andere Effekte der Baumaßnahme wieder ausgeglichen, so die Autobahndirektion. Zu diesen Effekten zähle z. B. eine sog. neu zu erstellende Verteilerfahrbahn, die den Verkehr von der A9 in Richtung A6/Heilbronn überleite. Auf dieser würde die Geschwindigkeit auf 80 km/h reduziert werden, wodurch sich gegenüber heute auch eine Lärmreduktion ergäbe.

Problematisch an dieser Berechnung ist aus meiner Sicht die für den Stand heute angenommene Geschwindigkeit des Richtung Heilbronn abbiegenden Verkehrs von 130 km/h, die mir als zu hoch angesetzt erscheint. In der Folge wäre der heutige Istzustand schlechter gerechnet, als er tatsächlich ist. Der Zustand nach dem Bau wäre demgegenüber zu günstig dargestellt. Diesem Einwand begegnete die Autobahndirektion mit dem Hinweis, auch der lärmmindernde Effekt der Verteilerfahrbahn wäre äußerst gering (< 2 dB) und selbst bei einem faktisch noch geringeren Effekt bliebe am Ende die wesentliche Aussage gültig, dass aufgrund der großen Entfernung ohnehin nicht mit einer Lärmsteigerung für Altenfurt und Moorenbrunn gerechnet werden müsse.

Dieses Thema wird bei der nächsten Stadtteilversammlung Altenfurt/Moorenbrunn erneut aufgegriffen werden.

Thomas Bahlinger

Planfeststellungsbeschluss für Ausbau Autobahnkreuz Nürnberg-Ost erlassen

Die Regierung von Mittelfranken hat bereits am 18.12.2017 den Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost erlassen.

Unterlagen einsehen

Der Bürgerverein ist derzeit mit allen wichtigen Entscheidungsträgern in dieser Angelegenheit in intensiven Gesprächen, um insbesondere den Anliegen der Bürger in Sachen Lärmschutz Gehör zu verschaffen. Der Bürgerverein setzt sich für den bestmöglichen Lärmschutz ein.

Planunterlagen zum Ausbau Autobahnkreuz Nürnberg-Ost

Die Detailpläne für das Planfeststellungsverfahren zum Neubau des  Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost können im Internet eingesehen werden:

Autobahndirektion Nordbayern / Planfeststellung AK Nürnberg-Ost – Tektur

Für einen ersten Überblick empfehlen sich die Pläne aus Teil B, speziell Unterlage 3 sowie die 5 Planblätter aus Teil B Unterlage 5.

Die Erläuterungen zum Verkehrslärm und den Luftschadstoffen finden sich in Unterlage 17: Lärm / Schadstoffe

Hinweis: Für die derzeit laufenden Bauvorhaben auf den Autobahnen der Region können Informationsblätter über folgenden Link eingesehen werden:

Autobahndirektion Nordbayern / laufende Bauvorhaben

 

Stellungnahme zum Ausbau Autobahnkreuz Nürnberg-Ost und Umbau Anschlussstelle Fischbach

Stellungnahme des BV zum Ausbau Autobahnkreuz Nürnberg-Ost und Umbau der Anschlussstelle Fischbach

Liebe Mitglieder,

am Montag, den 29. Mai war im Stadtteilanzeiger ein Bericht über den Ausbau des Autobahnkreuzes Ost ausschließlich aus der Sicht der Bürgerinitiative, die gegen den Ausbau ist.

Warum der Ausbau notwendig ist wurde nicht erwähnt. In dem Artikel wurden Selbstverständlichkeiten aufgeführt und Forderungen gestellt. Es ist der Eindruck entstanden, dass der BV hier untätig ist und nur die BI sich dieses Themas annimmt.

Während die BI das Projekt gänzlich ablehnt, hat der BV die Notwendigkeit dieses Projektes erkannt. Die fast täglichen Staus, sich daraus ergebende Unfälle können als Dauerlösung nicht hingenommen werden. Handlungsbedarf sieht der BV beim Thema Lärmschutz und dessen Umsetzung sowie bei den Beeinträchtigungen während der Bauzeit. 

Dass der BV in Sachen Ausbau AK Nürnberg-Ost auch nicht untätig ist, zeigt die Aufstellung unserer entsprechenden Aktivitäten in den letzten Monaten:

Am 14.3. waren wir und die BI bei der Autobahndirektion eingeladen und wurden über die vorgesehene Baumaßnahme informiert. Bereits in der Vorstellung war für die Betroffenen klar, dass in Sachen Lärmschutz Verbesserungen erreicht werden müssen. Die Autobahndirektion sah das auch ein und in der Informations- veranstaltung wurden der Autobahndirektion bereits mündliche Zusagen zum Thema Lärmschutz abgerungen. Ein Eigentümer, dessen Grundstück direkt an die Autobahn angrenzt, wird besonders betroffen: Vom ihm wird Fläche verlangt, die für die neue Ausfahrspur benötigt wird. Verständlicherweise ist die Verärgerung groß. Bei einem weiteren Ausbau der Autobahn auf 4 Fahrspuren (im Bundesverkehrswegeplan 2030 enthalten) wird nochmals zusätzliche Fläche benötigt.

Am 23. März, bei der Stadtteilversammlung in Fischbach, wurde das Projekt von uns vorgestellt. Grundlage war das Kartenmaterial, das von der Autobahndirektion zur Verfügung gestellt wurde. Eingeladen waren Stadtteilanzeiger und die beiden großen Parteien. Vom Stadtteilanzeiger war trotz Einladung kein Vertreter da.

Stadtrat Lorenz Gradl äußerte sich sachlich: Es ist ein Bundesprojekt, die Stadt Nürnberg wurde im Vorfeld eingebunden, SÖR ist damit befasst und hat seine Stellungnahme dazu bereits abgegeben (schwerpunktmäßig zum neuen Autobahnanschluss und dem Thema Lärmentwicklung).

Regenwasser wird in einem großen Rückhaltebecken bevorratet und soll geregelt über den Hartgraben abgeleitet werden. Der ist aber einem schlechten Zustand bzw. gar nicht mehr vorhanden und muss daher so gerichtet werden, damit er diese Aufgabe erfüllen kann. Das muss im Vorfeld und während der Bauzeit kontrolliert werden. 

Am 04.05. hat der BV das Thema Lärmschutz nochmal bei der Runde mit dem OB und den Referenten vorgebracht. Hier haben wir nochmals von der Stadt Nürnberg /SÖR die Zusage erhalten, dass sie sich bei der Autobahndirektion dafür einsetzt, dass eine höherer als gesetzlich  vorgeschriebene Lärmschutzwand  errichtet wird  und ein zusätzlicher Lärmschutz beim geplanten Regenrückhaltebecken.

Beim Felsenkellerfest am Sonntag, den 11. Juni wurden BM Gsell, MdB Burkert und MdB Fieser um Unterstützung für die Belange der Fischbacher Bevölkerung gebeten. Einstimmig erklärten alle 3 Politiker, dass der Aus-/Umbau notwendig ist und Sie sich für einen funktionierenden Lärmschutz einsetzen werden. 

Der BV gehört nicht zu denen, die von vornherein alles Neue ablehnen und Probleme sehen, wo keine sind. Der Schwachpunkt Lärmschutz wurde beizeiten erkannt und wird achtsam verfolgt, die Umsetzung angemahnt. Beim Autobahnausbau im Bereich Moorenbrunn sammelten wir gute Erfahrungen, hatten Kontakt, Meinungsaustausch und gemeinsame Informationsveranstaltungen. Wir werden in Zukunft diesen Weg des Miteinanders weiterverfolgen.

Dieter Stang                                                                       

 1. Vorstand